Branchenbrief Health Care Logistik, Ausgabe 3, Januar 2016

Für Sanitätshaus und Apotheke: Eigene Abholung von Hilfsmitteln bei privat sinnvoll?

Regelmäßig müssen Sanitätshäuser und auch einige Apotheken die Abholung von nicht mehr benötigten Hilfsmitteln in Privathaushalten realisieren. Diese gebrauchten Gegenstände werden entweder entsorgt oder aber gewartet bzw. instand gesetzt und anschließend in den Hilfsmittelkreislauf zurückgeführt. "Dabei beachten die wenigsten Inhaber von Sanitätsbetrieben, dass die Abholung Kosten verursacht und Ressourcen bindet – vor allem bei langen Wegstrecken", informiert Olaf Glowacz. Der ausgewiesene Logistik-Experte empfiehlt gerade die Ab- bzw. Rückholung bei privat zur Auslagerung an einen externen Fachlogistiker. Betroffene Häuser könnten dadurch Ausgaben reduzieren und zudem ihre Fachkräfte für wichtigere Tätigkeiten einsetzen, so der Potsdamer.

Rechnen und vergleichen

Olaf Glowacz macht eine Art Beispielrechnung auf, um das Thema zu verdeutlichen. Darin fließen folgende Faktoren ein:

  • Disposition Tourenplanung: die vorherige Terminabsprache bzw. die dafür benötigte Zeit
  • das Fahrzeug
  • der Fahrer
  • Weglänge bzw. die sich daraus ergebende Fahrzeit
  • Abholzeit bzw. Vorort-Zeit: Sofern der aktuelle Besitzer des Hilfsmittels überhaupt anwesend ist, muss der Fahrer des Sanitätshauses den gesamten Vorgang inkl. Quittung und Fotobeweis des Warenzustands ordnungsgemäß dokumentieren.

"Da die Kalkulation einer Mannstunde, die Kosten für ein Fahrzeug, die Umstände sowie die Wegstrecke von Fall zu Fall und von Haus zu Haus variieren, kann ich an dieser Stelle kein sinnvolles Beispiel aufzeigen", berichtet der Fachmann. Allerdings könne ja jedes Sanitätsgeschäft seine Kosten in das obige Beispielschema einsetzen und damit einen Vergleichspreis zum Angebot eines externen Dienstleisters ermitteln. Zu den oben aufgeführten Punkten gesellen sich oftmals noch weitere Fragen und Anforderungen hinzu, zum Beispiel:

  • Was kostet ein Stopp mit nur einem Hilfsmittel im Vergleich zu einer Fahrt mit mehreren Stopps und der Abholung diverser Hilfsmittel?
  • Welche Extrakosten fallen bei Abholung sperriger Hilfsmittel an, etwa Betten und Einlegerahmen?
  • Was kostet ein zweiter Mann zur Unterstützung bei der Abholung?

Doch wie man es auch drehe und wende, er sei sich sicher, dass für das Gros ein Outsourcing an einen Fachdienstleister immer günstiger sei, so Glowacz überzeugt. Dies gelte vor allem für kleine und mittelständische Sanitätshäuser, seltener für große Ketten. Diejenigen aber, die nur wenige eigene Wagen im Fuhrpark unterhielten bzw. mit Leihfahrzeugen arbeiteten, würden durch die regelmäßige Beauftragung eines externen Fachspediteurs unterm Strich Kosten einsparen.

Achtung Gefahrgut!

Gebrauchte Pflegebetten: Bei Abholung ordnungsgemäß desinfiziert und verpackt.

Gebrauchte Pflegebetten: Bei Abholung ordnungsgemäß desinfiziert und verpackt. Bild: doclog health care logistic GmbH

Ferner weist der Experte auf eine weitere, oft nicht beachtete Tatsache hin: Abholungen von unverpackten, gebrauchten Reha-Hilfsmitteln gelten generell als Gefahrguttransporte. Dieser Fakt sei allerdings nicht sehr bekannt. Werde ein Fahrer jedoch von informierten Polizisten angehalten, so könne die Fahrt durchaus und mit Recht von den Ordnungshütern als Gefahrguttransport eingeordnet werden. Ganz zu schweigen von möglichen Problemen mit der Versicherung im Falle eines Unfalls. Warum ist das so? Glowacz:"Weil man nie sicher ausschließen kann, dass die Hilfsmittel mit mehr oder weniger gefährlichen und ansteckenden Krankheitserregern bzw. multiresistenten Keimen belastet sind." Die Ausnahme stellten Mittel dar, die vor Ort – in diesem Fall also im Privathaushalt – eine professionelle Dekontamination erführen, etwa die lückenlose Desinfektion eines Rollstuhls oder einer Matratze, fügt der 48jährige hinzu.

Schutzbefohlene

Außerdem ergänzt er leise: "Ich persönlich halte die Abholung im Privathaushalt durch den Sanitätsbetrieb noch aus einem anderen Grund für sehr bedenklich, nämlich wegen des Schutzes der eigenen Mitarbeiter." Professionelle Fachdienstleister wüssten um die Gefahren und verhielten sich entsprechend. Aber ein Azubi etwa, der mal eben schnell vom Chef des Sanitätshauses zur Abholung bei Oma Müller geschickt werde, setze sich einem unnötigen Ansteckungs- und damit einem Gesundheitsrisiko aus. "Ich empfehle daher grundsätzlich nur mit Handschuhen und Mundschutz zu arbeiten. Außerdem ist es meiner Meinung unerlässlich, dass sich die Mitarbeiter und Fahrer wenigstens gegen Hepatitis a/b impfen lassen – im Idealfall auf Firmenkosten."

 

Hinweis: Auf den Hilfsmittel-Transport spezialisierte Fachlogistiker wie Glowaczs doclog ermöglichen es jedem Sanitätshaus, auch Einzelabholungen in Auftrag zu geben. Gebündelt werden diese dann als  Großauftrag an professionelle Partner-Spediteure weitergeleitet. Olaf Glowacz arbeitet dazu mit TriPart-Logistic für die bundesweite private Abholung und mit dem Potsdamer-Kurierdienst für die lokalen Rück- und Abholungen zusammen. So ist eine professionelle und sichere  Durchführung des Auftrags gewährleistet. Und das, obwohl die genannten Spediteure selbst keine Einzelaufträge annehmen.

 

Autor: Peter Laaks
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